04.05.2026

Erfolgreiche Hangsicherung an der Schwarzwaldbahnstrecke

Entlang der DB-Schwarzwaldbahnstrecke 4250 zwischen Triberg und St. Georgen wurden im Streckenabschnitt „Seelenwald“ Hangbewegungen (Kriechverformungen) festgestellt. Der Abschnitt mit nordwestlicher Exposition ist zwischen dem 2. und 3. Seelenwaldtunnel und befindet sich auf einer künstlichen, ca. 50° steilen Anschüttung, welche bereits beim Bau der Strecke hergestellt wurde. Zur dauerhaften Stabilisierung des Kriechhangs waren folgende Leistungen erforderlich, welche von der HTB Baugesellschaft m.b.H. erbracht wurden:

  • Rückbau des talseitigen Gleises
  • Kabeltiefbauarbeiten (LST, TK, etc.)
  • Herstellung von 136 Litzenankern (Länge zwischen 15 und 25 m)
  • Herstellung einer mit Dauerbodennägeln rückverankerten Spritzbetonwand
  • Mikropfahlgründungen für die Oberleitungsmasten
  • Inklinometer- und Extensometermessungen, automatische und händische Tachymetermessungen, automatische und händische Gleislagemessungen, Bohrrohrvermessungen, automatische und händische Messung der Ankerkräfte
  • Herstellung von 36 Bohrungen (D=250 mm, L=3,50 m) für HEB120 Stahlträger, ausgeführt als Gründungsträger
  • Herstellung eines Rettungs- bzw. Randweges, bestehend aus Betonfertigteilen
  • Felssicherungsarbeiten: 250 m2 Stahldrahtgeflecht, rückverankert durch 102 Mikropfähle
  • Injektionsmaßnahmen zur Bodenverbesserung
  • Ökologische Ausgleichsmaßnahmen sowie Rekultivierungsarbeiten

Herausfordernd waren während der Bauphase neben der erschwerten Zugänglichkeit und des steilen Geländes auch die zunehmenden Hangverformungen, welche permanent beobachtet und ausgewertet wurden, um den Bauablauf dementsprechend anpassen zu können. Dadurch konnte die Betriebssicherheit am bergseitigen Gleis gewährleistet werden.

Seit der Fertigstellung der Hangsicherungsarbeiten im Jahr 2024 werden die Hangverformungen permanent automatisch überwacht und durch regelmäßige, händische Messungen kontrolliert. Im ersten Beobachtungsjahr (2025) zeigte sich, dass die Verformungen durch die vorgespannten Litzenanker deutlich reduziert werden konnten und den Annahmen und Berechnungen aus der Planung entsprechen. Weiters finden im Jahr 2026/2027 noch diverse Rekultivierungsarbeiten statt.  

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